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Re: Linux Xp für EEE pc

VerfasstCOLON Dienstag 31. März 2009, 22:51
von Lorag
vofiwg hat geschriebenCOLONDer jetzige Versuch ist, von Benutzerseite her, wenigstens nicht so offensichtlich illegal, wie Deine ersten beiden Versuche.
Kommt drauf an, ob die gerippten Filme, die im Screenshot auf dem Desktop liegen, zum Lieferumfang gehören. ;)

Re: Linux Xp für EEE pc

VerfasstCOLON Mittwoch 1. April 2009, 21:58
von blackice
Ich hab mir mal den Spaß gemacht und das ganze getestet. Der Download des 2,1GB großen ISOs hat per Torrent geschlagene fünfeinhalb Stunden gedauert (3-5 Seeds). Der gleichzeitig gestartete FTP-Download vom russischen Server war nach dieser Zeit gerade bei 8%. An meiner Bandbreite lag es nicht.

Die Installation in VBox selbst hat dann auch nochmal gut 40min gedauert und ohne Eingriffsmöglichkeit oder sinnvolle Rückmeldung etwa 5,5GB auf die Platte geschaufelt.
Beim ersten Boot habe ich den Splash-Screen deaktiviert um zu sehen was denn so passiert. Mit ein wenig Erstaunen habe ich dabei festgestellt, dass das System auf ein LVM installiert wurde, was aus Performancesicht wenig Sinn hat.

Dann lachte mich ein Login-Manager mit dem gut sichtbaren Hinweis an, dass ich noch 30 Tage zur Aktivierung hätte. Ich habe mich dann als root angemeldet (ein anderer User existierte schließlich noch nicht) und ich war zum ersten und einzigen mal positiv überrascht: Ein Wizard legte mir nahe einen weiteren Benutzer mit beschränkten Rechten anzulegen. Das habe ich getan und das System etwas unter die Lupe genommen. Dabei sprang mir zuerst das gelbe Warndreieck im Systray ins Auge welches mich ebenfalls auf die begrenzte Laufzeit von 30 Tagen hinwies.

Ein paar Eckdaten:
Kernel 2.6.24, Firefox 2.0.14, Openoffice 2.3

Nach dem freudigen Klick auf das Update-Icon, welches sich auf dem Desktop befindet und einer halben Stunde Paketinstallationen sah die Sache so aus:
Kernel 2.6.25, Firefox 2.0.18, Openoffice 2.3
Irgendwie hatte ich mehr erwartet. Vor allem bei Firefox hätte ich aus Sicherheitsgründen mindestens 2.0.19 erwartet.

Das Startmenü war ein bunter Mix aus Englisch und Deutsch, denn ich hatte bei der Installation Deutsch als Sprache gewählt. Die Linux-XP-eigenen Menüeinträge sind aber nicht lokalisiert.
Die Taskleiste (ein modifiziertes Gnome-Panel) sieht übrigens haargenauso aus wie das LX-Panel von Fluxflux. Da hätte man auch gleich LXDE nehmen können.

Ich habe dann Notepad als Texteditor gestartet, was trotz 1,8GHz-CPU und 1GB RAM geschlagene 80 Sekunden dauerte. Das ist für eine Wine-Applikation nicht wirklich verwunderlich, aber warum nimmt man für einen simplen Texteditor nicht einfach Leafpad, Mousepad oder ähnliches?

Dann begab ich mich auf die Suche nach der Software die für die Aktivierung zuständig ist und wurde fündig bei einem Java-Binary dessen Autostartroutine ich trotz intensiver Suche nicht ausfindig machen konnte. Es zu killen half nichts, es wurde wenige Sekunden später wieder gestartet.
Ich habe daraufhin das Programm selbst gelöscht, musste aber feststellen, dass es nach dem nächsten Neustart wieder da war. Der Grund ist, dass es aus einem Read-Only-Dateisystem (vermutlich ähnlich der Xandros-Recoverypartition) wiederhergestellt wird.

Hier liegt wahrscheinlich auch der Grund für den Einsatz von LVM, denn so lässt sich das System nicht ganz so einfach mit einem anderen Linux modifizieren. Dafür war zumindest ich heute zu faul.
Ich habe dann ganz radikal Java selbst über yum entfernt, wobei ein ganzer Haufen anderes Gerümpel mit entfernt wurde (keine Spur mehr von Aktivierung). Nach einem Neustart bekam ich jedenfalls ein Gnome im Standardoutfit auf einem altersschwachen Fedora irgendwo zwischen Version 6 und 8 präsentiert. Das System lief auch etwas schneller. Auf einem Netbook wäre der Effekt sicher noch stärker.

Insgesamt fand ich das System nicht einfacher als ein traditionelles Linux. Wer Linux nicht kennt wird sich trotzdem an einige neue Sachen gewöhnen müssen.
Wer Linux kennt wird sich an der Schizophrenie des gemischten Bedienkonzeptes stören. Ich habe fast nur auf der Konsole gearbeitet denn da musste ich mich wenigstens nicht mit der Frage rumschlagen: "Mache ich das jetzt wie bei Windows oder wie bei Linux?"

Mein Fazit:
Wer für sein Netbook in der Handhabung etwas ähnlich einfaches sucht wie es Linux-XP verspricht, der möge zu Fluxflux greifen. Wen die Maschinerie hinter der Kulisse interessiert greift am besten zu einem puren aktuellen Fedora.


Edit:
Bei der Installation habe ich nach langer Zeit mal wieder eine EULA gesehen. Diese verstößt eindeutig gegen die GPL, denn sie verbietet die Weiterverbreitung von Linux-XP, was 1. eine Einschränkung der garantierten Freiheiten und 2. eine Modifizierung der ursprünglichen Lizenz ist.

Re: Linux Xp für EEE pc

VerfasstCOLON Mittwoch 1. April 2009, 22:12
von iceWM
Wow, ich hätte mir die 2,1GB nicht nur so zum Spaß heruntergeladen.
Gratulation zu dem interessanten und aufschlussreichen Test. :)

Re: Linux Xp für EEE pc

VerfasstCOLON Mittwoch 1. April 2009, 22:29
von vofiwg
Ich danke auch, wobei mir das Ergebnis fast schon klar war. ;)


VoFiWG

Re: Linux Xp für EEE pc

VerfasstCOLON Mittwoch 1. April 2009, 22:41
von MadIQ
Dachte ich mir auch, nach allem was schon hier geschrieben wurde.
Allerdings hat mein torrent-DL "nur" etwas mehr als eine Stunde gedauert.
Jedoch mit dem Ergebnis, dass (nach dem Brennen der ISO) mir beim booten gezeigt wurde, dass irgendetwas fehlen würde.
Wenn ich richtig in Erinnerung habe, stand da etwas mit dem Kernel.
Habs dann abgebrochen und mich nicht weiter drum gekümmert, weil - wie blackice auch schrieb - der ftp-DL arg langsam lief. (war grad mal bei 4% als der torrent schon fertig war)
Jetzt - nach blackices Bericht - werde ich diese Sache auch nicht weiter verfolgen.